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Kandierte Engelwurz







Die Engelwurz gehört zu meinen Lieblingspflanzen. Neben den aromatisch-bitteren Wurzeln, die sich besonders gut für Magenbitter eignen und den Samen, aus denen ätherisches Öl hergestellt wird, können auch die Stängel verwendet werden. Sie besitzen ein frisch aromatisches Aroma und eignen sich gut zum Kandieren. Wie das geht erfährt Ihr hier:


Die großen Blätter werden bevor die Pflanze Blüten treibt geschnitten. Das Aroma verändert sich etwas, wenn die Pflanze in die Blüte geht. Sie schmecken dann etwas herber, verlieren ein bisschen an Aroma und werden auch zäher und fasriger. Es werden also große Blätter bodennah abgeschnitten.

Keine Sorge, wenn Ihr mehrere Pflanzen habt und von jeder Pflanze 2-3 Blätter schneidet, dann macht das der Pflanze nicht viel aus. Versucht sie vielleicht so zu schneiden, dass die öffnung der innen hohlen Stiele nicht zu sehr nach oben zeigt, sodass es nicht zu stark hineinregnen kann! Es lässt sich nicht ganz vermeiden, aber wenn die Stiele zumindest schräg abgeschnitten werden, dann kann manchmal so geschnitten werden, dass weniger Wasser in die nun offenen Stielenden kommt.

Nun wird die Blattmasse von den Stielen entfernt. Es können die dickeren Hauptstiele der Blätter wie auch die dünneren Stiele der Nebenblätter verwendet werden.

Während die Stiele entblättert werden, könnt Ihr einen großen Topf mit Wasser am Herd aufstellen und diesen zum Kochen bringen. Die fertigen Stiele werden dann im heißen Wasser blanchiert. Ungefähr 3 Minuten könnt Ihr die Stiele im heißen Wasser lassen. Nicht zu lang, damit sie nicht zu weich gekocht werden.

Das Blanchieren dient dazu, dass die Stängel eine möglichst grüne Farbe beibehalten.

Nun die Stiele aus dem heißen Wasser nehmen und in einem Sieb mit kaltem Wasser abschrecken und abtropfen lassen. In der Zwischenzeit wird der Zuckersirup zum Kandieren hergestellt. Dazu wird auf 1 l Wasser ca. 800 g Zucker aufgelöst. Den Sirup einmal aufkochen lassen und die Stiele hineingeben.

Für 12 Stunden im Zuckersirup ziehe lassen.

Nach diesen 12 Stunden die Stiele nochmals herausnehmen, den Sirup nochmals aufkochen und die Stiele für weitere 12 Stunden im Sirup ziehen lassen.

Nun, einen Tag später werden die Stiele wieder im Sieb abgetropft und auf einem Backblech einzeln aufgelegt zum Trocknen.

Die Engelwurzstängel können im Backrohr getrocknet werden. Dazu das Backrohr auf 50°C aufheizen und einen Spalt geöffnet lassen, damit die Feuchtigkeit austreten kann.

An sonnigen, trockenen Tagen können die Stängel auch im Freien trocknen. Aber vorsicht: Die Ameisen lieben dieses süße Zeug genauso wie wir...

Ihr könnt die Stängel nun vollständig trocknen lassen, bis nichts mehr klebt, oder sie in feinem Zucker wälzen oder bestreuen wenn sich noch ein bisschen kleben.

Fertig. Die kandierten Engelwurzstängel können als Naschwerk genossen werden oder zur Dekoration und zum Aromatisieren von Desserts verwendet werden.


Hier nochmals in Kürze:

-> fertig vorbereitete Stängel in kochendem Wasser blanchieren
-> herausnehmen und abtropfen
-> ca. 800g Zucker in 1 Liter Wasser auflösen und aufkochen
-> Engelwurzstängel 12 Stunden darin ziehen lassen
-> Stängel herausnehmen und den Sirup nochmals aufkochen
-> Stängel wieder hineingeben und nochmals über Nacht ziehen lassen
-> im Backrohr oder wenn es warm und trocken genug ist an der Luft trocknen lassen

























Kräutersirupe




Mit unseren Kräutern aus dem Garten lassen sich aromatische und farbenfrohe Sirupe zaubern.

Es gibt unszählige Rezepturen und verschiedenste Herstellungsverfahren für Kräutersirupe. Oft werden die Ansätze aufgekocht, manche würden gerne auf Zucker verzichten, wieder andere hätten gern keine Zitronensäure drin.

Nun, zu welchem Verfahren Sie sich auch entschließen - eines ist bei der geschmacklichen Zusammensetzung wichtig: scheuen Sie keine Versuche! :-) Probieren Sie neue Kombinationen aus, mischen Sie verschiedene Kräuter oder versuchen Sie auch einmal würziges wie Thymian, Rosmarin oder Schafgarbe im Sirup.

Für die Haltbarkeit des Sirups ist es wichtig, sauber zu arbeiten und genügend Zucker zu verwenden. Soll der Sirup den ganzen Winter über lagern und haltbar sein, so verwende ich pro Liter Wasser auch 1 kg Zucker. Dazu etwa 25g Zitronensäure.

Im Sommer stellen wir für die Kinder verschiedenste Sirupe her. Allerdings in kleinen Mengen. Alle 14 Tage wird ein neuer Sirup angesetzt. Immer ein neuer, immer unterschiedliche Geschmäcker und Farben - weils einfach Freude macht. Da der Sirup dann nicht so lange haltbar sein muss, verwenden wir nur die halbe Menge an Zucker und weniger Zitronensäure.

Und zwar wird das hier bei uns so gemacht:
Der Zucker kommt in ein Glas, die Kräuter werden klein geschnitten und ebenfalls ins Glas gegeben. Dazu noch die Zitronensäure und nun das Ganze mit (meist heissem) Wasser aufgegossen. Der Ansatz wird nun gut verrührt und ca. 24 Stunden stehen gelassen. Dazwischen immer wieder gut umrühren, damit sich der Zucker auch löst.


Hier zwei unserer Lieblingsgeschmacksrichtungen:

1) Eberraute, Marokkanische Minze, Zitronenbergbohnenkraut und Stockrosen für die Farbe (siehe Bild).

2) Schafgarbe und Marokkanische Minze. Herrlich erfrischend!





Blütenbutter




Die vielen farbenfrohen Blüten verleiten zu allerlei kreativen Produkten aus der Küche :-)

Um aromatische, bunte Blütenbutter herzustellen brauchts nicht viel:

Verschiedene Kräuter, je nach Geschmack, eignen sich dazu. In meinem Fall sind das Zitronenbergbohnenkraut, Thymian, Rosmarin, Nachtkerzen, Stockrosen, Malven und Borretschblüten.

Es können ganz nach Geschmack verschiedenste Kräutermischungen in die Butter gerührt werden.

Für rustikalen österreichtypischen Geschmack können Liebstöckl, Petersilie, Selleriekraut etc. verwendet werden.

Provancekräuter wie Thymian, Rosmarin, Lavendel etc. passen gut aufs Baguette.

Liebliches wie Orangenminze mit Rosenblüten passt eventuell auch aufs Marmeladenbrot.
Der Kreativität sollten keine Grenzen gesetzt werden.

Die Butter und Kräuter kommen in ein Gefäß und werden hier mit dem Handmixer gut vermixt. Danach kann mittels Klarsichtfolie eine Stange geformt und im Kühlschrank ausgehärtet werden.

Für den Winter können kleine Portionen eingefroren werden. Fürs knackige Baguett im Backrohr, die Jause oder das Frühstück, für das Zubereiten von Saucen oder Cremen.

Ein Vorrat an Kräuterbutter ist immer gut!




Kastaniencreme




Kastanienzeit is.

Die Kinder möchten unbedingt Kastaniencreme für den Winter.

Also schicken wir sie zuerst einmal um die größten und schönsten Kastanien, die sie rund ums Haus finden können.

Die Kastanien werden in einem Topf mit Wasser bedeckt gekocht bis sie schön weich sind.

Etwas abkühlen lassen und dann mit einem Messer in der Mitte auseinanderschneiden.

Mithilfe eines kleinen Löffels kann nun das Mark der Kastanie herausgekratzt werden. Kinder sind dabei eine große Hilfe. Allein wird man zum Schwammerl bei der Arbeit...

Um aus denn Kastanien nun eine Creme zu zaubern geben wir Milch, einen Schuß Rum, etwas Zucker und Vanille dazu. Alles nach Geschmack und belieben. Mit dem Stabmixer wird alles gut vermixt, bis die gewünschte Konsistenz erhalten ist. Manche mögens gern weicher (dann etwas mehr Milch dazugeben) manche etwas fester (weniger Milch).

Portionsweise können wir nun die Kastaniencreme einfrieren und im Winter mit Schlagobers und Preiselbeeren genießen. Das gibt die Kraft...

(Natürlich kann die Creme auch für Kuchen, Torten etc. verwendet werden).